Hintergrund
„Die Maupe ist ein elektronisches Musikinstrument, das Menschen mit kognitiven und somatischen Beeinträchtigungen einen intuitiven Zugang zu Musik ermöglicht. Über Bewegung und Klang entsteht ein Kommunikationsweg ganz ohne Sprache – für mehr Teilhabe und gemeinsames Erleben im Alltag.“
Ausgangslage
Menschen mit Behinderung leben oft in Wohngruppen, in denen gemeinsames Erleben und Kommunikation zentral sind – verbale Verständigung ist dabei häufig eingeschränkt. Musik ist leicht zugänglich, spricht Emotionen unmittelbar an und kommt ohne Sprache aus.
Konzept
Gemeinsam mit dem Caritasverband für die Diözese Augsburg e. V. und dem Dominikus-Ringeisen-Werk entwickelten wir ein elektronisches Instrument: die Maupe. Sie reagiert auf verschiedene Bewegung und gibt dabei Klänge von sich.
Zielgruppe
Menschen mit kognitiven und somatischen Behinderungen sind oft in Erleben, Kommunikation und Teilhabe eingeschränkt. In Usertests mit einer Wohneinrichtung in Ursberg ermittelten wir ihre Bedürfnisse und ließen sie direkt in den Prototyp einfließen.
Aus den Usertests
Workshops in Ursberg
In einer Wohneinrichtung in Ursberg haben wir die Maupe in mehreren Workshops den Menschen in die Hand gegeben, für die sie gedacht ist. Was dort passierte, steckt heute im Prototyp.
Charaktere
Die Maupe wurde in Form und Material an die Zielgruppe angepasst. Ihre organische Form liegt angenehm in der Hand und ist mit weichen Neoprenhüllen bezogen. Diese sind abnehmbar, waschbar und in verschiedenen Farben individualisierbar.
Die Köpfe sind magnetisch befestigt und lassen sich leicht austauschen. Jeder Kopf trägt eigene, textilbedruckte Augen und bekommt dadurch sein eigenes Gesicht. So bekommt jede Maupe ihren eigenen Charakter.
Je nach aufgestecktem Kopf spielt die Maupe Klänge eines anderen Musikgenres.
- Klassik
- Chiptune
- Acapella
- Blues
- Rock
Interaktionen
Bei unseren Workshops haben wir drei Interaktionsformen gefunden, die für alle Teilnehmenden zugänglich sind: Schütteln, Schieben und Drehen.
Auf diesen Erkenntnissen basiert die Grundform der Maupe: zwei zylindrische Hälften, die sich auseinanderziehen, unabhängig voneinander drehen und als Ganzes schütteln lassen – ein einfaches Produkt, das alle drei Bewegungen vereint.
- Schütteln wie bei einer Rassel
- Aufziehen und Zuschieben, ähnlich einer Luftpumpe
- Drehen um eine Achse
Technik
Die Bewegungen der Maupe werden über eingebaute Sensoren erfasst und auf einem Raspberry Pi verarbeitet. Dort werden die Töne in Echtzeit erzeugt und über einen internen Lautsprecher ausgegeben.
Jeder austauschbare Kopf enthält ein Klangmodul mit NFC-Chip. Erkennt das System ein neues Modul, wechselt automatisch das Klangset – so spielt die Maupe Töne aus unterschiedlichen Musikgenres.
Dank des integrierten Akkus ist die Maupe komplett kabellos und lässt sich unabhängig und selbstbestimmt nutzen.
- Aufsatz mit NFC-Chip
- Lautsprecher
- Drehmechanismus



